Im Januar 2013 kamen die ersten Gerüchte über eine geplante Bio-Legehennenanlage mit 30.000 Legehennen (inkl. der vorgeschriebenen Hähne) direkt an der westlichen Grenze zum Dorf Wendtshof, bei Wallmow auf. Ungeachtet dessen, dass die Einwohner dieses Dorfes bereits durch ein Windkraftfeld 800m östlich auf den Feldern des selbigen Bio-Bauern Einschränkungen in deren Lebensqualität hinnimmt.

Um das Gerücht zu überprüfen schrieben die meisten der ansässigen Wendtshofer den Biobauern aus Wallmow bei Wendtshof per Mail an. Der Biobauer H.-P. W. erhielt jeden Tag von einem anderen Wendtshofer eine Mail mit der Bitte / Aufforderung zur Stellungnahme und dem Wunsch nach einer Informationsveranstaltung. Er hat lediglich auf eine dieser E-Mails geantwortet, mit dem Hinweis, er würde, sobald seine Planung steht, einen Termin dazu nennen.

Einige Wochen später wurden aus Gerüchten Fakten. Der Bioland Bauer und gleichzeitig Bauherr plant eine Anlage jetzt mit „nur“ 12.000 Legehennen, dies aber ungeachtet der Besorgnisse der angrenzenden Bevölkerung und der Bedrohung seltener europaweit streng geschützten Kröten, Molche, Frösche und Unken

Rotbauchunke 2Rotbauchunke, © Margarete Eisele, aufgenommen am 17.04.2013 in Wendtshof

Seine spätere Begründungen: „Weil ich es so will!", „Weil es mein Land ist". Ein weiteres Argument dass er vorbrachte lautete „Tiere und Menschen gehören zusammen".

 


Gemeinderatssitzung vom 21.03.2013

Der Gemeinderat wurde erst eine Woche vor dieser Sitzung mit mangelhaften Skizzen über die geplante Anlage informiert. Da der Bauantrag für die Legehennenanlage mit nunmehr 12.000 Hühnern bereits 4 Wochen früher gestellt wurde, blieb den Gemeindevertretern kaum Zeit dem Bauantrag zuzustimmen oder sein Einvernehmen zu versagen.

 

Geplanter Standort der Legehennenanlage, Stand 21.03.2013

Standort der Legehennenanlage Löschwasserteich bei Land in Sicht      

Um eine begründete Entscheidung treffen zu können, wurde eine Sondersitzung zwei Wochen später beschlossen, verbunden mit der Bitte an eine anwesende Mitarbeiterin des Bio-Bauern vorab ein Info-Treffen mit ihm zu arrangieren.

Eine Woche später fand das Treffen mit Mitgliedern des Gemeinderats und dem Bio-Bauern statt. Dieses Treffen war auf Wunsch des Bürgermeisters nicht öffentlich. Als Ergebnis wurde ein Treffen mit den Wendtshofern und Bewohnern von „Land in Sicht“ und dem Bauherrn vereinbart, als Termin der !0. April 2013 gewählt.

Einladung zum Gespräch von Hans-Peter Wendt        

Hier die Einladung als PDF: Einladung

 


Infoveranstaltung mit Bauer W. in Wendtshof 10.04.2013

Zahlreiche Wendtshofer sind erschienen, auch Vertrehter und Bewohner der stationären Einrichtung "Land in Sicht". Der Bio-Bauer und sein Sohn O. W. informierte uns über den Standort der Legehennenanlage, die geplante Anzahl von Hühnern (12.000) und auch das es sich um eine Anlage nach den neuesten Bioland-Richtlinien handelt.

geplante Fläche (Rot) nach den neuen Biolandrichtlinien. Bildquelle: Google Earth

geplante Fläche (Rot) nach den neuen Biolandrichtlinien        

Auf die Frage warum er die Anlage in Wendtshof errichten will, erhielten wir vom Bauherrn die Antwort „Weil ich es so will!", „Weil es mein Land ist". Ein weiteres Argument das er vorbrachte „Tiere und Menschen gehören zusammen"

Die anwesenden Wendtshofer trugen Ihre Ängste und auch Ergebnisse ihrer Recherchen vor da die Anlage nicht nur unmittelbar an das Dorf grenzt, sondern auch der vorherrschende Wind in Richtung Dorf weht:

Insbesondere haben einige Bewohner der stationären Einrichtung „Land in Sicht” massive Ängste, dass sich durch die unmittelbar angrenzende Legehennenanlage ihr Gesundheitszustand verschlechtern würde. Dies wurde auch durch die anwesenden Mitarbeiter der Einrichtung begräftigt (Zu diesen Bedenken bezüglich des Standortes gibt es eine schriftliche Stellungnahme der Geschäftleitung von „Land in Sicht – PROWO gGmbH“, die u.a. dem Gemeinderat vorgelegt wurde).

Der H.-P. W. zeigte sich davon unbeeindruckt. Wir baten ihn die Anlage etwas weiter entfernt von Wendtshof zu bauen, fragten immer wieder nach Alternativstandorten. Er beharrte auf den geplanten Ort.

Abschließend lud er uns nochmals ein, am darauffolgenden Tag einen „Referenzbetrieb" mit 5000 Hühnern in Grimme zu besichtigen

{1}Quelle: Dipl. Ökol. Dirk Heller; Dr. Barbara Köllner, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW

 


Besichtigung in Grimme am 11.4.2013

Zahlreiche Bewohner von Wendsthof und auch Gemeinderatsmitglieder erschienen zum Termin. Bauer H.-P. W. beantwortete zwar ausführlich alle Fragen, aber da eigentlich wenig  von der gesammten Anlage zu sehen war (Innenbereich konnte aus Hygienischen Gründen nicht eingesehen berden), blieb alles eher auf theoretischem Niveau.

Grimme 11.04.2013

   

Fazit: Der Besichtigungstermin änderte nicht die ablehnende Haltung der Wendsthofer, zumal eine Anlage mit 5000 Hühnern keine Referenzangabe für eine Legehennenanlage mit 12.000 Hühnern ist und eine punktuelle Besichtigung keine Rückschlüsse auf ganzjährige Situation zu lässt.

 


Eine Woche später: erneutes Treffen mit Wendsthofern und Bauer W.

Wir äußerten klar und geschlossen, dass wir diesen Standort für die Legehennenanlage ablehnen, jedoch mit einem vernünftigen Alternativstandort leben könnten.

Der Biobauer wich nicht von seiner Haltung ab. Auf die Frage, ob er bei seinem Projekt in Kauf nimmt, über die „Leute“ hinwegzugehen sagte er klar: „ja". Auf die Frage, ob geschützte Tiere bedroht seien, lautete seine Antwort, „ ... es findet keine Berohung statt“. Darauf erwiderte ein Anwohner gegenüber H.-P.W.: „Du hast durch Bio Anbau Lebensformen für Tiere geschaffen, die jetzt zerstört werden sollen“

 


Gemeinderatssitzung vom 18.04.2013

In dieser Sitzung folgte der Gemeinderat neben eigenen Bedenken auch mehrheitlich den Besorgnissen der Wendtshofer Bürger. Besonders hervorgehoben wurden vom Gemeinderatsmitglied von Zitzewitz vier mögliche Alternativstandorte auf den Grundstücken des Biobauern, die zum Teil besser geeignet währen, da diese weiter entfernt von Anwohnern (in der Umgebung) liegen.

Anwesend war zudem Frau Strehlow, eine Reporterin des Nordkurier. Leider versäumte Sie die Gelegenheit direkt mit anwesenden Bewohnern aus Wendtshof zu sprechen. Dafür führte Sie ein ausführliches Gespräch mit Bauern H.-P. W. ...

Link zum Artikel des Nordkurier vom 20.04.2013: „Gemeinde lehnt Antrag ab“ von Monika Strehlow

 


 

Kollateralschäden vom 05.06.2013

Heute früh (5. Juni 2013) wurde das Bio-Luzernenfeld nordöstlich von Wendtshof gemäht – ein Feld vom Biobauer H.-P. W. aus Wallmow.

Bedauerlich, denn es ist gerade die Zeit, in der Rehe ihre Kitze gebären ...

Bisheriges Ergebnis: Nachweislich zwei Kitze, die wörtlich genommen, niedergemäht wurden. Es war reiner Zufall, dass wir beobachten und fotografieren konnten, wie eine Ricke nach ihrem Kitz sucht und es auch „gefunden“ hat - darüber kreisend drei Raubvögel.

Den zweite Fund entdeckten wir beim Abendspaziergang
(Hier ein Belegfoto, vor dessen Ansehen ausdrücklich gewarnt wird - Nicht für empfindliche Gemüter und schon gar nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren !!!)

Nachtrag: Heute, einen Tag später fanden wir ein weiteres Kitz, dass zerstückelt im Feld lag. Es ist daher davon auszugehen, das noch weitaus mehr Opfer auf diesem Feld liegen.

 


 

Kollateralschäden 2. Teil (16.06.2013 gegen 14:45 Uhr)

Heute ergab sich die Gelegenheit, mit einem weiteren Jäger (mit Waffe aber ohne Hund?!?), der sich für die Felder des Bio-Bauern von Wallmow verantwortlich erklärte ins Gespräch zu kommen. Wie sich herausstellte handelte es es sich dabei um einen der Söhne unseres Bio-Bauern.

Auf die Frage, ob er über die Kollateralschäden auf dem Luzernen-Feld informiert war, lautete seine Antwort: „Das holen sich schon die Vögel“.

Anschließend betonte er, dass das Betreten der Felder erst von seinem Vater, dem Eigentümer genehmigt werden müsse. Es sei schließlich dessen Privateigentum ...

Dazu eine kleine Anmerkung:

     

..., und das Hunde , die über die Felder und Wege seines Vater laufen abgeschossen werden ...

Daher unsere Warnung an alle Hundebesitzer in der Umgebung, Vorsicht, auf wessen Feld und Feldweg man seine Lieben Auslauf gewährt. Ein Irrtum ist schnell passiert.

Abschließend: Ob es klug von einem Jäger ist, mit einer Waffe über der Schulter (ob geladen oder nicht) zu drohen, halten wir für sehr bedenklich, auch wenn dies von einem jungen Jäger in diesem Moment sicher unbedacht war. Im besonderen dann, wenn der selbige Jäger bestens über den Konflikt zwischen den Wendtshofern und seinem Vater bezüglich der Legehennenanlage informiert bzw. involviert ist.

Sollten wir bei diesem Gespräch zwischen Ihm und uns etwas missverstanden haben, bitten wir um Stellungnahme auf unserer Facebook-Seite, die wir dann auf Wunsch auch gerne auf unserer Web-Seite veröffentlichen.

 


Kurzmitteilung

Anlässlich der geplanten „Bio-Eier“-Legehennenanlage und den damit verbundenen Gefahren für die Umwelt in Wendtshof, ist die Mehrheit der Dorfbewohner dem BUND-Brandenburg beigetreten.

Zu diesem Zeitpunkt wurde auch entschieden, die BUND Ortsgruppe Wendtshof zu gründen.

Ausschlag gebend für diesen Entschluss war u.a. eine vorangegangene Ortsbegehung durch Prof. Dr. Mathias Grünwald von der Hochschule Neubrandenburg und Vorsitzender des BUND-Mecklenburg-Vorpommern in Wendthof.

 Rotbauchunken 3kl


 

Gemeinderatssitzung vom 21.11.2013

Bedingt durch zwei weitere Planungsänderungen der Legehennenanlage von unserem „Bauherren“ und trotz Anmerkung vom „Amt Brüssow“, das zuständige Bauordnungsamt werde sich über diese Entscheidung des Gemeinderats über diese hinwegsetzen, fühlte sich der Gemeinderat gezwungen nochmals über das Einvernehmen abzustimmen. Dabei wurde wiederholt das Einvernehmen der Gemeinde für die Legehennenanlage verweigert.

In der Zwischenzeit erhielten wir die Auskunft vom Landesumweltamt in Schwedt, dass die geplante Legehennenanlage unter Umständen auch weitere geplante Windräder in unserer Nähe verhindern wird.

Hintergrund: Das bereits bestehende Windfeld wird mit ca 40 Dezibel (nachts) veranschlagt. Die Obergrenze der Lärmschutzverordung liegt bei 45 Dezibel. Davon ausgehend, dass die Legehennenanlage mit ca. 4-5 Dezibel dazugerechnet wird, sollte es schwer sein die drei geplanten zusätzlichen Windräder in unserer unmittelbarer Nähe genehmigen zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese vom bisherigen Betreiber oder von einer Bürgergemeinschaft aus Wallmow (Stichwort Bürgerwindrad) gebaut werden möchte.

Es bleibt also Spannend …

 

 

Ge